4 In GESCHWAFEL

Offline – Fluch oder Segen?

Der obligatorische Handgriff zum Handy, Mails checken, Instagram checken, Twitter checken…

„Ach nein, geht ja nicht“ Ich bin offline – und zwar so richtig!

Wenn plötzlich dein Internet weg ist und du über deinen drittklassigen Handyvertrag nicht mal ordentlich telefonieren kannst, dann merkst du erst mal wie vernetzt du eigentlich bist, wie abhängig und wie süchtig?

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Das Internet eröffnet den Menschen in den entlegensten Winkeln der Erde zu jeder Tages- und Nachtzeit, nahezu uneingeschränkten Zugang zu Wissen und Unterhaltung. Die meisten betrachten diesen Zustand als selbstverständlich. Dieses Internet… ist schon zu einem Grundrecht geworden.

Wieder der Blick auf’s Handy – Fuck, da war ja was…

Ich halte mein Handy trotzdem noch eine Weile in der Hand und überlege, welche Apps und Funktionen ich denn auch ohne Internet überhaupt nutzen kann und stelle fest: keine! Naja die Bildbearbeitungsprogramme kann ich schon nutzen, aber wohin dann mit dem fertigen Bild? Was haste denn von toll bearbeiteten Bildern, wenn du sie weder bei Instagram, Pinterest oder sonst wo Hochladen kannst. Selber anschauen, is klaa…

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Dir wird also schnell bewusst, dass du ohne Internet so ziemlich aufgeschmissen bist. Kein Navi, kein Mails, kein Stöbern, kein Entertainment.

„Aber du könntest doch auch mal ein Buch…“ – „SCHNAUZE!“

Legen wir das Handy mal zur Seite und denken an den Rest unserer digitalen Welt, meiner digitalen Welt, die ich so sehr liebe. Den Mammutteil meiner täglichen Lebenszeit hocke ich an meinem Computer, arbeite, designe, schreibe und spiele! Alles digital, alles mit Netz, alles online! Das Internet ist zu meinem Leben geworden, mein Leben ist das Internet. Nicht weil ich muss, sondern weil ich will! Ich liebe es online zu sein, ich liebe die ständige Erreichbarkeit, ich liebe Pushbenachrichtigungen! Ernsthaft, die hätten meine Erfindung sein können!

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Ich muss nicht auf eine einsame Hütte auf 2000m in die Berge fliehen um offline zu sein, ich muss auch nicht auf eine abgelegene Insel deep in the middle of nowhere flüchten um offline zu sein. Wenn ich offline sein will, mache ich das Handy aus und ziehe den Routerstecker…

An dieser Stelle möchte ich nicht unfair sein – diese Funktionen kennen viele vielleicht einfach nicht. I don’t judge…

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Ich schaue zum Handy rüber, so langsam hab ich’s gecheckt. Das kleine verheißungsvolle „E“ im linken oberen Display bedeutet so viel wie eine Fata Morgana in der sengenden Hitze der Mojave Wüste. Nicht mehr oder weniger als die Illusion von Netz.

Etwas Gutes hat es aber dann doch, dieses offline sein. Du merkst, dass die Welt sich auch ohne Internet weiter dreht. Dass dir viele Dinge nicht weglaufen, auch wenn du mal ein paar Tage nicht erreichbar bist. Vielleicht machst du dir auch Gedanken über deine Zeit und wie du sie verbringst, mit wem oder was. Du lässt dich etwas weniger hetzen, kommst zur Ruhe und sortierst dich.

Mein Leben ist das Internet, aber ich bin der Bestimmer!

Ich bestimme über mein Leben, über das was mit meiner Zeit geschieht, nicht das Internet.

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Ich schaue auf den klobigen SurfStick, der an der Seite meines Notebooks steckt, mit dem man „ganz easy“ für schlappe 25,00 € pro 3 GB, Daten durch die Leitung schieben kann.

Ganz offline geht dann irgendwie doch nicht!

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4 Comments

  • Reply
    Cassy Ann
    18. März 2016 at 18:52

    Richtig gut geschrieben, und in dem Text steht auch so viel Wahrheit. Ich bin ganz deiner Meinung ; Heute zum Beispiel, hat eine Lehrerin in der Schule gemeint, dass wir alle viel zu viel im Internet wären und uns das „zerstören“ würde. Ich habe genau das, was du hier gerade geschrieben hast gesagt: Dass wir klar ohne Internet klarkommen würden, und die meisten auch ihr Handy weglegen könnten, wenn SIE es wollen. Aber die meisten unserer Generation oder eine Generation davor, möchte einfach nicht mehr ohne das Internet. Viele sind sogar ans Internet angewiesen. Als ich ihr das so erzählt habe, war sie auf einmal sehr verständnisvoll und hat nichts mehr gegen das Internet gesagt.
    Haha, jetzt hab ich dir sogar schon unter deinem Post hier wieder eine Geschichte erzählt. Naja, eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich den Text ziemlich gut fand 😀

  • Reply
    Classicman151
    18. März 2016 at 21:07

    Das hast du echt schön geschrieben Ive mir ist das auch aufgefallen denn ich hatte letztes Jahr auch für 2 Wochen kein Internet da merkt man erstmal wie abhängig wir doch alle sind

  • Reply
    Franzy vom Schlüssel zum Glück
    21. März 2016 at 13:19

    Ne, so ganz offline geht nicht.
    abe rich bin jemand der gerne mal benachrichtugungen und mails ignoriert und mein datenvolumen für den monat war dank eines automatischn downloads schon nach einer woche aufgebracht..
    so what…
    drauf geschissen.. geht auch ohne XD

    Viele liebe Grüße

    Franzy

  • Reply
    Ginny
    26. April 2016 at 21:17

    Mir fällt genau das auf, die Zeit die plötzlich weg ist nachdem man YouTube Videos geschaut hat die einem zwar gefallen haben die man gern geschaut hat aber danach ist die Zeit weg verloren irgendwo im Netz…
    Genauso jetzt ich habe deinen Artikel gerne gelesen er hat mich auch irgendwie inspiriert etwas anderes zu tun aber was mache ich ?
    Ich kommentiere das ganze in einer Zeit in der ich hätte aufräumen können oder etwas für die Schule machen können
    Aber ich schreibe dieses Kommentar
    Warum?
    Keine Ahnung
    Warum bin ich nicht aufgestanden und habe etwas sinnvolles gemacht Grade nachdem ich diesen Text gelesen hab das zeigt mal wieder wie man drin verwurzelt ist im Internet und trotzdem würde man es nicht freiwillig abgeben…

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